Arbeitskleidung absetzen 2025
Nicht jede Kleidung, die beruflich getragen wird, ist steuerlich absetzbar. Entscheidend ist, ob es sich um typische Berufskleidung handelt – und ob auch die Reinigungskosten geltend gemacht werden können.
Arbeitskleidung ist steuerlich absetzbar, wenn sie typische Berufskleidung ist und objektiv kaum privat getragen werden kann, etwa Uniform, Schutzkleidung oder Kleidung mit Firmenlogo. Normale Alltagskleidung wie Anzug, Bluse oder Schuhe bleibt auch bei beruflicher Nutzung privat.
Der entscheidende Unterschied: typische Berufskleidung vs. Privatkleidung
Das Finanzamt und der Bundesfinanzhof (BFH) unterscheiden nicht danach, ob Sie Kleidung nur zur Arbeit tragen – sondern ob sie objektiv nur beruflich tragbar ist.
✓ Typische Berufskleidung (absetzbar)
- Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Schutzhandschuhe
- Polizeiuniform, Feuerwehrschutzkleidung
- Krankenpflege-Kittel, Kasack (Klinik)
- Kochjacke, Schürze (Gastronomie)
- Arbeitsoverall, Latzhose (Handwerk)
- Richterrobe, Anwaltsrobe
- Kleidung mit Firmenlogo (nicht privat tragbar)
✗ Bürgerliche Kleidung (nicht absetzbar)
- Anzug, Sakko, Krawatte
- Schwarze Hose (auch wenn 'vorgeschrieben')
- Businesshemd, Bluse
- Jeans (auch täglich zur Arbeit)
- Abendkleid für Geschäftsessen
- Alltagsmantel, Winterjacke
- Sportschuhe / Sneakers (ohne Schutzfunktion)
Was zählt als typische Berufskleidung?
Typische Berufskleidung ist Kleidung, die entweder objektiv nicht privat tragbar ist (z. B. Schutzausrüstung) oder die als Dienstkleidung vom Arbeitgeber vorgeschrieben ist und erkennbar auf ihren Beruf hindeutet (z. B. Uniform mit Hoheitsabzeichen). Folgende Kleidungsstücke erkennt das Finanzamt regelmäßig an:
Was das Finanzamt ablehnt – und warum
Viele Arbeitnehmer versuchen, bürgerliche Kleidung mit dem Argument abzusetzen, sie trügen sie ausschließlich zur Arbeit. Das reicht dem Finanzamt nicht – und der BFH hat diese Praxis ausdrücklich abgelehnt.
Anzug & Sakko
Kann privat getragen werden – auch wenn nur beruflich genutzt
Businesshemd & Krawatte
Bürgerliche Kleidung, objektiv privat tragbar
Schwarze Hose / dunkle Kleidung
Auch wenn vom Arbeitgeber "empfohlen" – keine typische Berufskleidung
Abendkleid & Cocktailkleid
Für Geschäftsessen oder Veranstaltungen – bürgerliche Kleidung
Jeans (auch wenn täglich zur Arbeit)
Objektiv privat tragbar, kein Berufsbezug erkennbar
Sportschuhe / Sneakers
Außer bei explizit beruflicher Schutzfunktion
Winterjacke & Alltagsmantel
Auch für den Arbeitsweg – zählt als Privatkleidung
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Reinigungskosten für Arbeitskleidung absetzen
Wer typische Berufskleidung trägt, kann auch die Wasch- und Reinigungskosten als Werbungskosten geltend machen – unabhängig davon, ob die Kleidung zu Hause gewaschen oder zur Reinigung gebracht wird. Es gibt zwei Methoden:
Wer zu Hause wäscht, kann die Kosten nach dem Gewicht der Berufskleidung berechnen. Die Verbraucherzentrale hat die Kosten pro Kilogramm Wäsche ermittelt:
- ca. 0,77 €/kg – Kochwäsche (60 °C)
- ca. 0,88 €/kg – Feinwäsche (40 °C)
Beispiel: 2 Waschgänge/Woche à 1,5 kg = ca. 120 €/Jahr
Wenn die tatsächlichen Reinigungskosten höher sind, lohnt sich das Sammeln von Belegen:
- ✓Quittungen der Reinigung / Wäscherei
- ✓Verbrauch für berufliche Wäsche anteilig (Strom, Wasser, Waschmittel)
- ✓Chemisch-Reinigungsbelege für empfindliche Dienstkleidung
→ Den höheren der beiden Beträge ansetzen
So trägst du die Kosten in der Steuererklärung ein
Rechenbeispiel: Krankenpflegerin
Eine Krankenpflegerin kauft im Jahr zwei neue Kasacks und Hosen als Dienstkleidung und wäscht diese zweimal pro Woche (ca. 1,5 kg Kochwäsche je Waschgang) zu Hause.
Die Kosten fließen in die Gesamtwerbungskosten ein und wirken sich aus, sobald die Summe über dem Pauschbetrag von 1.230 € liegt.
Häufige Fragen (FAQ)
Ja, aber nur sogenannte typische Berufskleidung. Das sind Kleidungsstücke, die aufgrund ihrer Beschaffenheit objektiv nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden können – zum Beispiel Schutzkleidung, Uniformen oder Berufskittel. Kleidung, die auch privat getragen werden könnte (z. B. Anzug, Jeans, Hemd), ist nicht absetzbar.
Nein. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat wiederholt entschieden, dass bürgerliche Kleidung wie Anzüge, Hemden oder Krawatten nicht als Werbungskosten absetzbar sind – selbst wenn sie ausschließlich beruflich getragen werden. Maßgeblich ist nicht die tatsächliche Nutzung, sondern die objektive Eignung zum privaten Tragen.
Typische Berufskleidung ist Kleidung, die objektiv nur beruflich getragen werden kann oder vom Arbeitgeber als Dienstkleidung vorgeschrieben ist: Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Arbeitsoverall, Kochjacke, Krankenpflegekittel, Polizeiuniform, Richterrobe, Talar oder Kleidung mit deutlich sichtbarem Firmenlogo.
Ja. Die Reinigungskosten für typische Berufskleidung sind als Werbungskosten absetzbar – entweder per Einzelnachweis (Quittungen der Wäscherei oder Reinigung) oder durch Berechnung nach dem Gewicht der Berufskleidung. Grundlage hierfür sind von der Verbraucherzentrale ermittelte Kilogrammpreise (ca. 0,77 €/kg Kochwäsche).
Eine gesetzliche Pauschale gibt es nicht. Wer zu Hause wäscht, berechnet die Kosten anhand des Gewichts der Berufskleidung und anerkannter Kilogrammpreise der Verbraucherzentrale (ca. 0,77 €/kg Kochwäsche, ca. 0,88 €/kg Feinwäsche). Alternativ sind Belege einer Wäscherei oder Reinigung anerkannt. Viele Finanzämter beanstanden Reinigungskosten bis 110 € im Jahr für sämtliche Arbeitsmittel zusammen nicht ohne Belege – jedoch ohne Rechtsanspruch.
Kosten für Arbeitskleidung und deren Reinigung werden in der Anlage N unter Werbungskosten – Arbeitsmittel eingetragen. Der Betrag fließt in die Gesamtwerbungskosten ein, die mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € verrechnet werden.
Ja. Schutzkleidung wie Sicherheitsschuhe, Schutzhelm, Schutzhandschuhe oder Gehörschutz ist typische Berufskleidung und vollständig als Werbungskosten absetzbar – vorausgesetzt, sie wird beruflich benötigt und ist nicht vom Arbeitgeber gestellt.
Quellen
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