Steuerberater Kosten: Was kostet die Steuererklärung wirklich?
Typische Kosten liegen zwischen 200 und 2.000 €, geregelt durch die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Wir erklären, wie die Gebühren berechnet werden, wann sich ein Steuerberater lohnt und was günstigere Alternativen leisten.
Einfache Steuererklärung
Arbeitnehmer ohne Nebeneinkünfte
Richtwert nach StBVVKomplexe Fälle
Selbstständige, Vermietung, Auslandsinkünfte
Richtwert nach StBVVWie werden Steuerberater-Kosten berechnet?
Die Vergütung von Steuerberatern ist durch die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Die Grundformel lautet:
Der Gegenstandswert richtet sich nach dem relevanten Einkommen oder Vermögen. Für eine einfache Arbeitnehmer-Steuererklärung mit 40.000 € Jahreseinkommen ergibt sich beispielhaft eine Mittelgebühr von ca. 233 € netto – zzgl. 19 % Umsatzsteuer also rund 277 € brutto.
Beispiel: 40.000 € Einkommen → Gegenstandswert nach Tabelle A → Mittelgebühr (5/10) ≈ 233 € netto (zzgl. 19 % MwSt. = 277 € brutto). Kanzleien können zwischen 1/10 und 6/10 frei wählen.
Typische Kosten nach Fallart
| Fall | Typische Kosten (brutto) |
|---|---|
| Arbeitnehmer (einfach, ohne Nebeneinkünfte) | 200–500 € |
| Arbeitnehmer mit Anlage KAP (Kapitalerträge) | 400–700 € |
| Freiberufler / Selbstständige (EÜR) | 800–1.500 € |
| Vermietung und Verpachtung (Anlage V) | 500–1.000 € / Objekt |
| Komplexe Fälle (GmbH, Ausland, Erbschaft) | 1.500–5.000+ € |
Richtwerte – tatsächliche Kosten hängen von der Kanzlei, Gegenstandswert und Gebührenfaktor ab. Alle Beträge inkl. 19 % MwSt.
Sind Steuerberater-Kosten absetzbar?
✓Was gilt
- Als Werbungskosten: einkommensbezogener Anteil (Anlage N, V, KAP)§9 Abs. 1 EStG
- Als Betriebsausgaben: EÜR / Bilanz bei Selbstständigen§4 Abs. 4 EStG
- Kosten für Einspruch oder Klageverfahren (Rechtsverfolgungskosten)
✗Was nicht gilt
- Als Sonderausgaben: gestrichen durch JStG 2006§10 Abs. 1 Nr. 6 EStG a.F.
- Privatanteil der Gebühr (z.B. für private Steueroptimierung)
- Kosten für rein private Steuergestaltung ohne Einkunftsbezug
Tipp: Bitten Sie Ihren Steuerberater, die Rechnung nach Tätigkeiten aufzuschlüsseln (z.B. Anlage N, Anlage V, Anlage KAP). So können Sie den absetzbaren Anteil eindeutig nachweisen. Mehr dazu im Ratgeber zu Werbungskosten.
Wann lohnt sich ein Steuerberater?
Steuerberater empfehlenswert
- Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit
- Vermietung und Verpachtung
- Auslandsinkünfte oder Entsendung
- Erbschaft, Schenkung oder Immobilienverkauf
- Betriebsprüfung oder Finanzamtsprüfung
- Komplexe Kapitalanlagen oder Unternehmensanteile
Alternativen ausreichend
- Einfache Arbeitnehmer ohne Nebeneinkünfte
- Nur Standardwerbungskosten (Fahrtkosten, Arbeitsmittel)
- Rentner mit einfachen Verhältnissen
- Studenten mit Minijob
- Einmalige Steuererklärung zur Erstattung
Steuerberater vs. Lohnsteuerhilfeverein vs. Software
Steuerberater
- ✓Keine Mandantenbeschränkung
- ✓Volle Haftung für Fehler
- ✓Verlängerte Abgabefrist
- ✓Gerichtliche Vertretung möglich
- ✗Hohe Kosten
Lohnsteuerhilfeverein
- ✓Günstig als Mitgliedsbeitrag
- ✓Persönliche Beratung
- ✗Nur Arbeitnehmer (§4 Nr. 11 StBerG)
- ✗Max. 18.000 € Nebeneinkünfte
- ✗Keine Selbstständigen
Software / Steuerscan
- ✓Günstigste Option
- ✓Sofortige Belegprüfung
- ✓DSGVO-konform, EU-Server
- ✗Keine Rechtsberatung
- ✗Keine gerichtliche Vertretung
Häufige Fragen zu Steuerberater-Kosten
Was kostet ein Steuerberater für die Steuererklärung?
Die Kosten richten sich nach der StBVV und dem Gegenstandswert Ihres Falls. Für einfache Arbeitnehmer-Fälle fallen typischerweise 200–500 € an. Komplexere Fälle (Selbstständige, Vermietung, Auslandsinkünfte) kosten 500–2.000 € oder mehr.
Sind Steuerberater-Kosten steuerlich absetzbar?
Ja, anteilig: Der einkommensbezogene Anteil ist als Werbungskosten (Anlage N, V, KAP) oder Betriebsausgabe absetzbar. Der Privatanteil ist seit dem JStG 2006 nicht mehr als Sonderausgabe absetzbar. Bitten Sie Ihren Steuerberater um eine aufgeschlüsselte Rechnung. Mehr dazu im Ratgeber Werbungskosten.
Was ist der Unterschied zwischen Steuerberater und Lohnsteuerhilfeverein?
Lohnsteuerhilfevereine dürfen nach §4 Nr. 11 StBerG nur Arbeitnehmer beraten, deren Nebeneinkünfte maximal 18.000 € betragen. Steuerberater haben keine Mandantenbeschränkungen und dürfen alle Fälle übernehmen. Der Lohnsteuerhilfeverein ist deutlich günstiger (50–200 €/Jahr).
Kann ich meinen Steuerberater wechseln?
Ja, jederzeit. Das Mandat kann ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Der bisherige Steuerberater muss alle Unterlagen und Daten herausgeben (§66 StBerG). Achten Sie darauf, dass keine Steuerfristen während des Wechsels versäumt werden.
Was ist die StBVV?
Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) regelt, wie Steuerberater ihre Leistungen abrechnen dürfen. Sie legt Tabellen für Gegenstandswerte und Gebührenfaktoren fest. Steuerberater können zwischen 1/10 und 6/10 des Tabellenwertes frei wählen – oder nach Zeitaufwand abrechnen (§13 StBVV).
Lohnt sich ein Steuerberater als einfacher Arbeitnehmer?
Bei einfachen Verhältnissen oft nicht – die Kosten von 200–400 € überschreiten häufig die zusätzliche Steuerersparnis. Ein Lohnsteuerhilfeverein oder Software kann ausreichen. Sinnvoll wird ein Steuerberater erst bei Selbstständigkeit, Vermietung, Auslandsinkünften oder einer Betriebsprüfung. Alternativ können Sie Ihre Werbungskosten auch selbst mit Steuerscan prüfen.
Weitere Ratgeber
Belege selbst prüfen – in Sekunden
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